
Ostern an der Nordsee
Da das neue Jahr 2026 genauso turbulent weiterging wie 2025 geendet hatte, beschlossen wir, es an Ostern ruhig angehen zu lassen. Wir packten unsere sieben Sachen ins Auto und fuhren in den Norden nach Schleswig-Holstein. Auf der Halbinsel Nordstrand haben wir auf dem Nordseehof Fuhlehörn eine gemütliche, moderne Ferienwohnung gefunden. Von hier aus wollen wir das Wattenmeer, die eine oder andere Insel oder Hallig sowie ein paar schnuckelige Städtchen erkunden.


Kurz nach 6 Uhr morgens machten wir uns auf die Autobahn und fuhren Richtung Norden. Erstaunlicherweise war bis Hannover nichts los und wir kamen schneller voran als erwartet. Auch der Rest der Strecke war gut zu bewältigen, sodass wir vor dem Einzug in die Ferienwohnung sogar noch Zeit hatten, hier in der Nähe unseren ersten nordfriesischen Tee mit Kuchen zu probieren. Lecker! Nach dem Einzug gingen wir noch auf den nur 100 Meter von der Unterkunft entfernten Deich. Allerdings war Ebbe, sodass wir unsere erste Nordseesichtung noch verschieben mussten.



Am ersten Urlaubstag wollten wir zuerst mal unsere Halbinsel erkunden und sind bei uns an der Unterkunft auf den Deich geklettert. Um uns herum waren jede Menge Schafe mit ganz vielen kleinen, süßen Lämmern. Wir haben auch ein paar nette, kleine Ortschaften mit Windmühle, Kirche und typisch nordfriesischen Häusern entdeckt. In einer Teestube haben wir dann unseren nächsten Tee und Kuchen getestet, was auch ganz nett war. Als wir doch etwas durchgefroren an die Unterkunft zurückkamen, mussten wir aber noch einmal nach den Lämmern schauen.




Heute stand ein Ausflug nach Friedrichstadt auf dem Programm. Das von holländischen Einwanderern im Jahr 1621 gegründete Städtchen wurde nach holländischem Vorbild gebaut. Es gibt Grachten und Häuser mit Treppengiebeln. Trotzdem haben wir ein Café gefunden, in dem es original nordfriesischen Tee und Kuchen gab.




Eigentlich hatten wir uns bereits auf einen gemütlichen Abend auf dem Sofa eingestellt. Dann haben wir uns aber doch noch in Wind und Kälte hinausgewagt und sind zum Sonnenuntergang auf den Deich gegangen.




Heute mussten wir früh aufstehen, denn um 9:15 Uhr sollte unser Schiff zur Hallig Hooge ablegen. Dort angekommen, liehen wir uns zwei Fahrräder und erkundeten die Hallig und ihre Warften. Zurzeit gastieren dort Tausende Ringelgänse auf ihrem Weg zu den Brutgebieten. Auf der Hanswarft besichtigten wir zuerst den Königspesel. Das ist ein mit Kunstschätzen ausgestatteter Raum in einem Haus, das 1776 vom Kapitän und Schiffseigner Tade Hans Bandix errichtet wurde. Er heißt Königspesel, weil König Friedrich VI. von Dänemark 1825 dort übernachtete, als er auf seiner Besichtigungsfahrt von einer Sturmflut überrascht wurde. Im Sturmflutkino gab es einen interessanten Film über eine Sturmflut auf der Hallig Hooge zu sehen. Sowohl der Film als auch das Kino hatten einen gewissen nostalgischen Charme. Nach einer „Toten Tante” (heiße Schokolade mit Rum und Sahne) mussten wir uns langsam auf den Rückweg machen. Da unser Schiff Verspätung hatte, konnten wir noch einen Sonnenuntergang auf dem Wasser genießen.




Nach einem ausgiebigen Frühstück mit lokalem Brot, Käse und Wurst fuhren wir nach Husum, um uns die Stadt ein bisschen anzuschauen. Nach dem sonnigen Tag gestern war das Wetter heute wieder typisch nordfriesisch mit grauem Himmel. Ein besonderes Highlight im März ist die Krokusblüte im Schlosspark, aber leider waren wir etwas zu spät und die Krokusse waren schon ziemlich verblüht. Zum Trost gab es aber Kuchen und Tee.




Nachdem wir uns gestern bei schlechtem Wetter im Multimar Wattforum in Tönning ausgiebig über das Watt und seine Bewohner informiert hatten, ging es heute an die Praxis: Nach einem kurzen Stopp an der Arlau-Schleuse konnten wir auf dem Weg zum Lüttmoorsiel jede Menge Wattvögel beobachten. Dort angekommen, fuhr gerade die Lorenbahn auf die Hallig Nordstrandischmoor los. Auch unser nächstes Ziel war eine Hallig: Ein Stück weiter die Küste hoch kann man mit dem Auto (fürs Fahrrad war uns der Wind wirklich zu heftig) auf die Hamburger Hallig fahren. Dort gibt es ein Café, in dem Kuchen und „Tote Tante” serviert werden. Nachdem wir noch auf dem 44 Meter hohen Stollberg, dem höchsten Berg Nordfrieslands, waren, ging es zurück nach Nordstrand nach Süderhafen. Dort wurde heute ein Osterfeuer entzündet und es gab Bier und Bratwurst – unser heutiges Abendessen. Nach einem Sonnenuntergang am Fuhlehörn ging der Tag zu Ende.




Heute stand ein Ausflug auf die Halbinsel Eiderstedt auf dem Programm. Der erste Stopp war am Roten Haubarg, einem typisch friesischen Hof aus dem 17. Jahrhundert, der erstaunlicherweise weiß gestrichen ist. Danach ging es weiter nach Westerhever zum wohl berühmtesten Leuchtturm Nordfrieslands. In St. Peter-Ording liefen wir trotz stürmischen Windes und wilder Nordsee über die Seebrücke zum Strand. Zum Schluss besuchten wir das beeindruckende Eidersperrwerk mit seinen riesigen Hubtoren, die vor Sturmfluten schützen.




Das Motto des Tages lautete: „Große Flensburg-Schlei-Rundfahrt”. Der erste Stopp war in der Stadt Flensburg. Auf der „Kapitänsroute” liefen wir zuerst um den Hafen zum Museumshafen und von dort durch die Altstadt mit ihren historischen Höfen und Gassen, in denen sich alte Häuser aus dem 18. Jahrhundert befinden. Nach einem kurzen Abstecher zum Leuchtturm Falshöft und einem Spaziergang entlang der Ostsee ging es weiter nach Arnis, der kleinsten Stadt Deutschlands mit nur 300 Einwohnern. Gestärkt mit Kuchen und einem alkoholhaltigen Heißgetränk, wagten wir uns auf die kleine Fähre, die uns über die Schlei brachte. Auf der anderen Seite angekommen, ging es weiter nach Sieseby, wo es viele alte, tolle reetgedeckte Häuser direkt am Wasser gibt. Da hätte uns das eine oder andere auch sehr gut gefallen.




Heute heißt es entweder „Im Reich der wilden Tiere” oder „Unser Schiff nach Amrum fährt nicht!” Das mit dem Schiff wussten wir bereits von gestern, deshalb haben wir spontan umgebucht, um mit der Fähre nach Langeneß zu fahren. Nachdem wir vor dem Frühstück noch den tollen Rehbock von unserem Schlafzimmerfenster aus gesehen hatten, ging es mit dem Auto los nach Schlüttsiel. Dort stiegen wir auf die Fähre. Sie sollte um 11:45 Uhr in Langeneß ankommen und um 15:15 Uhr wieder ablegen. Wir hätten also dreieinhalb Stunden Zeit gehabt, um die Hallig mit dem Fahrrad zu erkunden. Kurz nach dem Ablegen teilte uns der Kapitän allerdings mit, dass wir wegen des niedrigen Wasserstands erst um 13 Uhr auf Langeneß ankommen würden. Egal, die Schifffahrt durch das Wattenmeer war wirklich schön. Außer den Lachmöwen sahen wir auch noch kurz einen Schweinswal. Kurz vor 13 Uhr nahmen wir Kurs auf den Hafen von Langeneß. Genau gegenüber auf einer Sandbank lagen bestimmt hundert Seehunde, die uns neugierig anschauten. Gleich nach dem Anlegen mieteten wir Fahrräder und machten uns auf, die Insel zu erkunden. Neben den Warften gab es dort auch jede Menge Gänse zu bestaunen, die in großen Schwärmen über die Insel flogen. Viel zu schnell war die Zeit um und wir mussten zurück zur Fähre Richtung Festland.




Unser Plan war, heute am Café am Westerhever Deich zwei Fahrräder auszuleihen und zum Leuchtturm zu radeln. Zurück am Café wollten wir dann ein leckeres Stück Kuchen essen. Leider hat das Café am Donnerstag Ruhetag, sodass wir zum Leuchtturm laufen mussten und der Kuchen leider (erst einmal) ausfiel. Den gab es dann aber im Schweizer Haus in Tating. Sehr zu empfehlen! Da uns der Strand von St. Peter-Ording so gut gefallen hat, wir die vielen Leute aber eher weniger mochten, haben wir uns heute für einen anderen Strandabschnitt, nämlich in St. Peter Ording Böhl, entschieden. Das war eine gute Wahl, es waren wenige Menschen dort, allerdings war der Weg bis zum Wasser doch etwas weit.




An unserem letzten Urlaubstag wollten wir es etwas ruhiger angehen lassen. Wir fuhren noch einmal nach Lüttmoorsiel, wo man nicht nur eine tolle Aussicht aufs Watt hat, sondern auch viele Vögel beobachten kann. Unterwegs mussten wir dann doch noch einmal bei den Lämmern halten – die sind einfach zu goldig! Langsam fuhren wir die Straße durch den Beltringharder Koog entlang und hielten immer wieder an, um Fotos zu machen. Später geht es noch zum Abschlussessen unseres Urlaubs und morgen früh machen wir uns auf den Weg Richtung Süden.



